Die Zitronenmelisse ist eine mehrjährige Staude mit mehrköpfigem Wurzelstock. Sie wird 60 bis 100 cm hoch. Die Blätter sind eiförmig, gezähnt, mit glänzendgrüner Oberseite. Die Blüten sind blauweiß bis rosafarben. Von Zitronenmelisse gibt es eine aufrechte und eine niederliegende Form, wobei die letztere wiederstandsfähiger ist.
Herkunft:
Kommt aus dem Orient, wächst wild in Südeuropa, wird in Gärten gezogen in Mitteleuropa.
Verwendung:
passt zu grünen Salaten, Frischkost, Saucen, Pilzgerichte und Wildgerichte. Aber auch zu Fisch und Geflügel wird es verwendet. Es wird viel zur Dekoration von Süßspeisen verwendet.
Man kann Melisse bei allen Speisen verwenden, wo man auch Zitronensaft oder Zitronenschale anwenden würde. Dies gilt allerdings niemals für Backwaren.
Gesundheit:
Die Blätter wirken heilungsfördernd bei Quetschungen und Wunden. Der Tee aus Melissenblättern vertreibt Blähungen und wird besonders bei Störungen im Magen - Darm Bereich verwendet. Er wirkt außerdem beruhigend auf das Nervensystem (gut bei Schlafstörungen und nervösen Herzbeschwerden).
Geschichte:
Sie trägt zartgrüne Blätter, weißgelbe, kleine Blüten und wird stets von Bienen umschwärmt: die Melisse. Den fleißigen Insekten verdankt sie ihren Namen: "Melissa" heißt auf griechisch Biene. Selbst die altdeutschen Namen der Melissa officinalis weisen auf die Beliebtheit bei den Honiglieferanten hin: Immenblatt Honigkräutel und Bienenkraut. Die Bezeichnungen Frauenkraut und Mutterkraut deuten dagegen auf ihre Heilwirkungen hin.
"Melissa ist vor allen Dingen, die die Erde hervorbringt, die beste Pflanze für das Herz", schrieb bereits Paracelsus - eine Meinung, die in der Volksheilkunde immer noch Gültigkeit hat. Schon im achten Jahrhundert kam die Melisse mit den Benediktinermönchen über die Alpen und wurde in den Klostergärten Mitteleuropas kultiviert (bis heute ist das Kraut eine wichtige Ingredienz verschiedener Klosterliköre). Als dann 1611 der Orden der barfüßigen Karmeliter mit seinem "Eau de Carmes" ein hochgeschätztes Hausmittel kreierte, war kräuterkundigen Bauersfrauen die Melisse mit ihren wohltuenden Kräften längst vertraut.
Noch heute steht in vielen Haushalten ein Fläschchen "Karmelitergeist" oder "Melissentinktur", das mal innerlich mal äußerlich gegen allerlei Wehwehchen angewandt wird. Den Aufguss der getrockneten Blätter schätzen Kräuterkundige als Beruhigungsmittel für gestresste Nerven oder einen gestörten Magen sowie als sanftes Einschlafmittel. Ätherische Öle verleihen der Pflanze diese Wirkungen. Auch Gerb- und Bitterstoffe spielen dabei mit.
Ihr Aroma entfaltet die Melisse, wenn man ein Blatt zwischen den Fingern zerreibt,: intensiver, frischer Zitronenduft breitet sich aus. Das ist der Reiz der Melisse als Würzkraut. Ihr frisches Aroma passt zu vielen Speisen und verträgt sich gut mit anderen Gewürzen. So gehört Melisse zu den Fines herbes. Zusammen mit Kerbel, Estragon, Petersilie, Basilikum, Schnittlauch und Liebstöckel bilden sie ein Sextett, das einen geschmacklichen Eindruck harmonischer Frühlingsfrische und herzhafter Heiterkeit vermittelt - manchmal gesellt sich außerdem noch Pimpernelle dazu.
Die Melisse stammt zwar aus einer wärmeren Klimazone, doch sie lässt sich ohne Schwierigkeiten auch in rauheren Breiten ziehen. Sie ist ein unscheinbares Pflänzchen, das sich mit einem Standort am Rande des Gemüsebeets zufrieden gibt; ja, selbst im Balkonkasten recht gut gedeiht. Sie braucht nur ein sonniges Plätzchen und lockere, eher sandige Erde. Wo es im Winter Frost, aber keinen schützenden Schnee gibt, deckt man den Stock mit Fichtenzweigen ab.
Frische wird geordert, wenn die Melisse solo verwendet wird. In getrockneter Form taugt sie zwar zum Aufbrühen eines Melissentees, aber kaum als Würze. Wo es nicht bloß um die dekorative Wirkung geht, ist tiefgekühlte Zitronenmelisse den im Kunstklima gezogenen Pflänzchen, die heute in kleinen Töpfen angeboten werden, vorzuziehen.
Sie passt natürlich auch zu Kräutersuppen, doch weil ihr Aroma empfindlich ist, kommt Melisse erst vor dem Anrichten an die fertige Speis. In Salaten kann man ruhig großzügig damit umgehen, besonders bei Gurken und Tomaten, denen die Zitronenfrische der Melisse besonders gut bekommt. Beim Blumenkohl und auch bei Linsen wirkt Melisse sehr geschmacksbelebend. In England wird Melisse so geschätzt und häufig verwendet, dass man sie anderswo auch "Englische Melisse" nennt. Dort heißt sie "balm mint" - Minze, die wie Balsam auf die Nerven wirkt. Ihre frische Würze schätzen die Briten vor allem in Saucen zu Fischgerichten.
Wurzelgemüse kann Melisse besonders gut vertragen. Dünsten sie einmal Karotten mit Butter und Weißwein und würzen sie zum Schluss mit frischgehackter Zitronenmelisse! Aber auch der Geschmack von weißen Rüben, roter Beete und Sellerie profitiert von ihr. Der Maibowle gibt die säuerliche Frische der Melisse den besonderen Akzent. An heißen Tagen erfrischt eine Limonade die auf Melissenzweigen ein paar Stunden im Kühlschrank gezogen hat.
Das zitronenfrische Kraut passt aber auch zu Quark, zu Reis und - zu Salzkartoffeln. Mit Melisse anstelle von Petersilie gewürzt, werden die altbekannten Knollen zur kulinarischen Kreation.