Immergrüner Strauch oder Baum aus der Familie der Lorbeergewächse. Es gibt viele verschiedene Arten, von denen besonders zwei als Gewürz von Bedeutung sind: Kaneel oder Ceylonzimt und Kassia oder Chinazimt. Ceylonzimt ist die innere Rinde der ½ bis 1 Jahr alten Triebe des Zimtstrauches (Kaneel), Chinazimt die Innenrinde (Bast) der Äste und Stämme des Zimtbaumes (Kassia). Beim Trocknen an der Luft verfärben sich die Rindenstücke braun und rollen sich ein. Im Handel wird Kaneel als Stangezimt angeboten, Zimtpulver wird vor allem aus Kassia- oder Kaneelbruch hergestellt.
Herkunft:
Sri Lanka (Ceylon).
Verwendung:
Mit Zucker gemischt würzt Zimt alle Mehl - und Süßspeisen und ist für Backwaren und süße Breie (Kompott, Milchreis, Zimtparfait) geeignet.
Die Likörindustrie verwendet Zimt zusammen mit Nelken für die Herstellung von Gewürz- und Kräuterlikören.
Gemahlenen Zimt kauft man besser in kleinen Mengen, da er bald das Aroma verliert.
Gesundheit:
Zimt wirkt anregend, Verdauungsfördernd und keimtötend. Als Mundspülmittel mischt man einen Teelöffel voll gemahlenen Zimt in ein Glas warmes Wasser.
Bei Durchfall und Magenschmerzen empfiehlt es sich einer Tasse Tee ? Teelöffel Zimt zuzusetzen. Ein Teelöffel Zimt in Cognac mit heißer Milch vertreibt Erkältungen und Grippe.
Geschichte:
Er weckt Erinnerungen an Kindertage: An die Großmutter, die das duftende braune Pulver mit Zucker vermengte und über den Milchreis streute. Oder an den unvergesslichen Duft von weihnachtlichen Zimtsternen. Solch heimelige Gedanken verursacht ein Gewürz, das aus fernen Tropenwäldern stammt, und einst so kostbar war, dass nur Fürsten und reiche Kaufherren es in ihrem Schlaftrunk genießen konnten.
Der Zimtbaum (Cinnamonum zeylanicum), dessen getrocknete Rinde als Gewürz dient, hat eine vornehme Verwandte: Lorbeer, Kampfer, Avocado, Eisenholz, Sassafras. Ceylon und die südwestliche Malabarküste sind seien ursprüngliche Heimat. Eine verwandte Art, der Chinesische Zimtbaum, wächst in Südchina. Die Chinesen, die den Zimt schon im Altertum kannten, verkauften ihn als erste in den Westen. Arabische Händler übernahmen den "Kaneel", der durch Wüsten und Steppen bis ins Morgenland gebracht und mit jeder Meile kostbarer wurde. Sie gaben ihn mit hohem Gewinn an die westlichen Kaufleute weiter, die sich die leichten braunen Zimtröllchen dann mit Gold aufwiegen ließen.
Wahrscheinlich war Marco Polo der erste Abendländer, der die Zimtbäume auf Ceylon sah. Die Könige des damals selbständigen Inselreiches verdankten ihnen ihren Reichtum. Die Begleiter Magellans waren es vermutlich, die erstmalig das Gewürz auf dem von ihnen entdeckten Seeweg aus dem Fernen Osten in ihre Heimat brachten. Im 16. Jahrhundert lag jedenfalls der einträgliche Zimthandel in portugiesischen Händen, bis die Holländer die Anbaugebiete eroberten. Diese hüteten ihr Zimtmonopol eifersüchtig und verhinderten nicht nur die Ausfuhr von Samen oder Stecklingen der Zimtbäume - sie vernichteten auch ganze Ernten, wenn die Preispolitik es erforderte.
Als die Engländer dann den Holländern folgten, blieben auch sie dieser Politik treu, und die "East India Company" tat alles, um die Verbreitung der Zimtkulturen zu verhindern. Erst 1833 war das Ende des Zimtmonopols gekommen: China übernahm die führende Rolle im Zimtexport nach Europa und bald auch nach Nordamerika. Der Grund: Die Chinesen beherrschten damals Hinterindien, das erhebliche Mengen produzierte.
Zimt ist heute nicht mehr teuer, da man in vielen tropischen Gebieten große Kulturen abgelegt und die Aufbereitung der Zimtrinde rationalisiert hat. Die Europäer ziehen für Milchreis, Grießbrei, Apfelkompott oder Glühwein, für Liköre und Parfüms den milderen, süß-pikanten Ceylon-Zimt vor. In den USA schätzt man den Saigon-Zimt des Chinesischen Zimtbaums, der wesentlich schärfer schmeckt. Der vom Burmesischen Zimtbaum gewonnene Padang-Zimt wird fast nur im fernen Osten verwendet, wo man auch noch andere Sorten kennt. Den weißen Zimt zum Beispiel, der wieder von einer anderen Baumart stammt. Zimt-Aldehyd und Eugenol sind die Stoffe im ätherischen Öl des Zimtbaums, die den typischen Geruch und Geschmack bewirken. Sie sind für die moderne Chemie leicht auch aus der Retorte zu gewinnen. Aber abgesehen von der Parfümherstellung ist man dem "echten" Zimt treu geblieben.
Es gibt Gerichte, die absolut nach Zimt verlangen. Der berühmte Wiener Apfelstrudel etwa, oder Apfelkompott, Glühwein und verschiedene heiße Rum Drinks. Zimt ist ein deutliches Gewürz, es macht sich bemerkbar und wer seinen Wildhasen- oder Wildschweinbraten lieber nach gutbürgerlicher Art schätzt, sollte ihn nicht verwenden. Sieht man von persönlicher Neigung oder Abneigung ab, passt Zimt in die Füllungen einer großen Zahl von Kuchen und Mehlspeisen; Doch nicht nur in Süßspeisen entfaltet er seine Wirkung. Schinken etwa, warm und zu Saucen serviert, gewinnt durch eine wohldosierte Prise gemahlenen Zimt, ebenso wie Gänse- oder Entenbraten. Verschiedene Lammgerichte verlangen sogar nach etwas Zimt, um ihren Eigengeschmack zu steigern. Selbst in Fischgerichten ist das Tropengewürz nicht etwa fehl am Platz, etwa beim Karpfen polnisch. Die Würzmischung Curry enthält meist Zimt - das legt Experimente mit Huhn, Reis und Bananen nahe. Eine echte Überraschung lässt sich erzielen, wenn man ein gutes Stückchen Zimtrinde dem Wasser beifügt, in dem ein kräftiges Stück Rindfleisch kocht.