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Rosmarin



Brautkräutl.

Rosmarin ist ein Kraut der Maccia. Der immergrüne, verzweigte Halbstrauch, der eine Höhe von 1,5 Metern erreichen kann, verholzt im Alter. Er trägt 2 - 3 cm lange und 0,2 - 0,4 mm breite lanzettförmige dunkelgrüne Lederblätter, die Tannennadeln gleichen. Die Unterseite ist von einem grauweißen Filz überzogen. Die kleinen, lippenförmigen Blüten blühen hellblau bis blass lila. Die Nadeln werden als Trockengewürz angeboten.

Herkunft:

Gesamtes Mittelmeerland, USA, GB, Mexiko.

Verwendung:

Lamm, Schwein, Kaninchen, Fisch, Kalb, Wild und für die Wurstindustrie.

Gesundheit:

Das aus den Blättern gepresste Kampferähnliche Ätherische Öl und die Gerbstoffe wirken belebend und nervenstärkend; wird bei rheumatischen Gliederschmerzen und Verstauchungen sowie zur Behandlung von Wunden, Geschwüren und Ekzemen angewandt (Rosmarinöl nur äußerlich anwenden !).

Rosmaringeist dient zur Einreibung bei hartnäckigen Fällen von Rheuma, Krämpfen usw.

Rosmarinwein wird bei älteren Leuten mit Herz und Kreislaufbeschwerden eingesetzt.

Rosmarin hilft bei niedrigen Blutdruck und bei Schwächezuständen außerdem bei Blähungen und Erkrankungen der Verdauungsorgane.

Geschichte:

Die guten alten Griechen wanden die elastischen Zweige zu Kränzen für lebende und tote Helden und weihten sie der Schönheitsgöttin Aphrodite. Die Römer übernahmen den Brauch und brachten die Pflanze gen Westen, wahrscheinlich bis auf die Britischen Inseln. Als "Weihrauchkraut" taucht Rosmarin schon früh im deutschen Schrifttum auf. Der berühmte Doktor Lonicerus, der 1581 sein großes Kräuterbuch herausgab, rühmt mehrmals seine wohltuende Wirkung auf das "Geblüt". Diese Wirkung trauen ihm Ärzte und engagierte Verfechter der Naturheilkunde wohl auch heute noch zu, wenn sie Rosmarin-Bäder und Rosmarin-Wein zur Stärkung des Blutdrucks empfehlen. Über den Umweg als Wein und geschmacksgebende Komponente im Essig hielt Rosmarin schließlich auch seinen Einzug in unsere Küchen. Vielleicht setzte man dieses herb-bittere Gewächs, das reich an ätherischen Ölen ist, dem Wein zunächst auch nur bei, um ihn haltbarer zu machen. Wie dem auch sei: Jedenfalls fand man Gefallen und Geschmack an der Kombination, und der Rosmarin-Essig gilt heute noch als Geheimtipp für Freunde mediterraner Kochkunst sowie herzhafter Marinaden.

In der Küche, und zwar nicht nur in der südländischen, hat sich Rosmarin inzwischen einen festen Platz erkämpft. Der aromatische Duft, den seine zerriebenen Blätter verbreiten, empfiehlt sich als Zugabe zu allen Fleischsorten, die entweder zu wenig oder zu viel Eigengeschmack besitzen: Das sind Kalbsbraten und Hackfleisch einerseits; Hammel, Lamm, Kitz (Ziege) und Wild andererseits.

Aber auch zu Koch- und Bratfisch schmeckt Rosmarin köstlich; vorausgesetzt, dass man ein strenges und ein wenig an heiße Sonnentage an südlichen Küsten erinnerndes Aroma nicht verschmäht.

Rosmarin soll in der Regel sparsam verwendet werden, denn er ist ein starkes Gewürz. Zuviel davon verdeckt leicht den Eigengeschmack von Fleisch und anderen Zutaten. In Marinaden allerdings darf man großzügiger mit ihm umgehen. So sollte er beispielsweise in Beizen für jegliches Wildfleisch auf gar keinen Fall fehlen, und er macht sich auch im Fischsud gut; eine Ausnahme bilden da nur zarte Süßwasserfische. Selbst in Muschelgerichte südlicher Herkunft passt er bestens.

Die Geschmacksintensität von Rosmarin ist wie bei den meisten Gewürzen frisch vom Strauch natürlich am größten: Man verwendet bevorzugt die obersten Triebspitzen, das heißt die ganz jungen Blättchen. Am besten ist Rosmarin zur Zeit der Blüte - sie liegt meist in den Monaten Juli und August. Doch es gibt ihn auch als Trockengut in Form ganzer Blätter (Einsatzbereiche: Marinaden, große Braten, Grillgerichte) und als feines Pulver (für Suppen, Eintöpfe, Ragouts).

Was weniger bekannt ist: Sogar in die Minestrone, besonders, wenn sie Bohnen enthält, gehört ein wenig Rosmarin (fein zerrieben oder als Pulver). Das gleiche gilt für Erbsensuppe und Linsengerichte. Nicht zuletzt zu großen weißen Bohnen, in Öl gedünstet (wie man sie in der Toskana so köstlich zu kochen versteht), harmoniert das Gewürz.

Überraschungseffekte erzielt der Koch bei experimentierfreudigen Gästen, wenn er ihnen als Beilage zum Braten (oder zu Quark!) Pellkartoffeln vorsetzt, die er in etwas Öl und reichlich zerriebenem Rosmarin geschwenkt hat.

Ein Höhepunkt des kulinarischen Sommervergnügens sind gut abgehangene Filetsteaks (oder Florentiner Steaks, auch als T-Bones bekannt), die man mit etwas Öl und Knoblauch einreibt und dann ganz dick mit frischen Rosmarinblättern bedeckt. Grillt man diese Steaks auf Holzkohlenfeuer, entsteht ein herrlicher Duft, der die Gäste optimal auf den Gaumengenuss einstimmt. Und dann, wenn das Fleisch gar ist und man den Überfluss an Rosmarin abgestreift hat, bietet es einen besonderen, nicht alltäglichen Genuss.

Da hätten auch die guten alten Griechen bestimmt nicht nein gesagt.




Thema: Heilkräuter

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