Von Oregano wachsen verschiedene Arten. Origanum vulgare ist der "wilde Majoran", auch Dost genannt, eine etwa 60 cm hohe, mehrjährige Staude mit kantigen Stängeln, eiförmigen, behaarten Blättern und blaßroten, in Scheinähren angeordneten Blüten, die eine gute Bienenweide sind. Geerntet und getrocknet werden die oberen Pflanzenteile (Laubblätter, Blüten und die oberen Stengelteile). Der getrocknete Oregano ist dem frischen an Würzkraft überlegen, da durch die Trocknung sein Aroma intensiviert wird.
Herkunft:
Es kam früher aus Griechenland (Kreta) und der Türkei, heute wächst es überall in den trockenen und warmen Zonen Europas.
Verwendung:
Es wird verwendet wie Majoran, es ist ein typisch italienisches Gewürz, besonders beliebt bei Pizzas.
Gesundheit:
Appetitanregend.
Geschichte:
Das Gewürz, das mit der Pizza kam. So könnte man den Oregano nennen, wenn man ihn definieren will, seit wann dieses Kraut auch nördlich der Alpen einen Rolle spielt. Es ist eigentlich immer eine Gastrolle, denn er wird immer dann herangezogen, wenn man "ausländisch" - exakter: italienisch oder spanisch kochen will.
Dabei ist Oregano im Grunde gar kein exotisches Gewürz, sonder ein einheimisches. Unter dem Namen "Dost" oder "wilder Majoran" kennen wir es seit langem. Die 30 bis 50 Zentimeterhohe Pflanze der Gattung "origanum vulgare" mit den hellpurpurfarbenem, manchmal weißen Blütenrispen wächst südlich des Mains an sonnigen Hügelhängen, auf steinigen Halden, an trockenen Waldrändern; manchmal, an günstigen Standorten, sogar weiter nördlich.
Heilwirkungen, die ihm von alters her zugesprochen werden, sind heute noch anerkannt: Oregano besitzt einen wohltuenden Einfluss bei Husten und Krämpfen, gilt als Hausmittel gegen Blähungen, Durchfall und Appetitlosigkeit. Seine Wirkstoffe werden Rheumasalben zugesetzt, man füllt ihn in Kräuterkissen, verwendet den Aufguss zum Gurgeln. Oregano ist sicherlich deswegen so beliebt, weil er angenehm und kräftig duftet. Dieser Duft kommt von den ätherischen Ölen, die auch im Gartenmajoran, dem "echten" enthalten sind. Daneben enthält Oregano Bitter- und Gerbstoffe.
Wer je in Italien, Spanien oder Griechenland, wo der Dost besonders üppig wächst, mittags durch das mannshohe Gestrüpp einer Felsenlandschaft gefahren oder gegangen ist, der hat den streng-herben, unverkennbaren Geruch des "wilden Majorans" für immer in der Nase. Ein Duft, dem man in den Küchen dieser Länder wieder begegnet. Im Urlaub am Mittelmeer lernten viele Nordeuropäer dieses Aroma schätzen und versuchten, daheim die typischen Gerichte nachzukochen. Als dann die mediterrane Küche hier heimisch wurde, entdeckte man den guten alten Dost unter dem wohlklingenden Namen "Oregano" neu und kürte ihn zum Modegewürz. Heute findet man in jedem Supermarkt Dosen, Gläser oder Tütchen mit der Aufschrift "Oregano". Er ist auch Bestandteil vieler "südländischer" oder "provencalischer" Gewürzmischungen.
Oregano gibt der Pizza in all ihren Varianten ebenso den typischen Geschmack wie der "focaccia" dem ligurischen Blechkuchen, oder der "chorizo", der würzigen spanischen Kochwurst. Es wäre aber schade, seine Verwendung nur auf Gerichte der Mittelmeerküste zu beschränken. Stellvertretend für den "echten" Majoran mag man hierzulande den "wilden", eben den Dost, schon früher häufig für Würste, Fleischgerichte und kräftige Suppen verwendet haben. Doch denken wir daran: Dost ist zwar ein naher Verwandter des Majorans, aber ein bisschen kräftiger, ein bisschen lauter, ein bisschen schärfer. Man muss ihn also sparsam dosieren. Kocht man ein paar frische Blättchen in der Suppe mit, ergibt sich bereits eine spürbare Geschmacksnuance.
Vor allem in Verbindung mit Tomaten, herzhaft und rustikal zubereitet, macht sich Oregano gut. Auch Auberginen vertragen eine Prise, die den meist kräftigen Käsegeschmack solcher Speisen unterstützt. Reichlich Oregano bekommt Möhren, Kalbfleisch sowie Natur gebratenen Schnitzeln mit Nudeln oder Spätzle. Grillmarinaden gewinnen durch eine großzügige Prise Dost, weil er sich hervorragend mit Knoblauch und Rosmarin verträgt, und in diesem Sinne natürlich auch das Ratatouille oder ein ähnlicher Gemüse-Eintopf, ferner die Gazpacho, die erfrischend kalte Tomatensuppe Spaniens und Portugals.
Oregano will stets mitgekocht (-gebraten, -gebacken) werden. Aber Vorsicht: Mit Paprika und Bohnenkraut verträgt er sich stets, mit Majoran nie (zu nahe Verwandte). Kartoffeln verleiht er - besonders in Aufläufen - wie Majoran eine besondere Note.