Molukkeninseln, wird jetzt aber in allen Tropischen Ländern angebaut.
Verwendung:
Sie wird verwendet für Fleisch und Käsegerichte, Kohlsorten, Wurst, Pasteten, Suppen und Soßen, Kartoffelpüree, bei Gebäck und Getränken.
Die Nüsse müssen stets trocken und von anderen Gewürzen getrennt aufbewahrt werden.
Gesundheit:
Zuviel ist schädlich, 15 g können schon Rauschzustände auslösen.
Sie wächst an einem immergrünen Muskatbaum, der bis zu 15 m hoch wird, und bis zu 2000 Früchte im Jahr trägt.
Geschichte:
Lange bevor die europäischen Seefahrer in die Südsee vordrangen, brachten Karawanen die kleinen, kugeligen Nüsse des Muskatbaumes nach Vorderasien. Wahrscheinlich kannte man sie bereits im 12. Jahrhundert in Venedig und an den Fürstenhöfen Europas. Wann auch immer sie jedoch im Abendland auftauchten, und auf welchen Wegen sie kamen - geerntet wurden sie bis weit ins 18. Jahrhundert hinein ausschließlich auf den Banda Inseln, die zur Gruppe der Östlichen Molukken gehören.
Den Bewohnern dieser äquatornahe Inseln fielen die Früchte der stattlichen, immergrünen Bäume auf, weil sie so groß, fleischig und goldgelb gefärbt sind. Wenn sie reifen, platzen die Früchte und geben die holzige, tief gefurchte Samenschale frei, die von einer zerschlitzten, leuchtend roten Haut bedeckt wird. Eine dekorative Frucht also; verlockend genug, um gepflückt und gekostet zu werden. Nicht das Fruchtfleisch wohl aber der in der harten, holzigen Samenschale verborgene Kern lohnt die Mühe. Der rote Samenmantel. Fälschlich oft als Muskatblüte bezeichnet, schmeckt und duftet deutlich und kräftig wie der Kern selbst - eben nach Muskat: aromatisch, bitter würzig, kräftig, fast ein wenig brennend.
Allemal aber anregend und aufregend köstlich genug, um sich den Genuss sehr viel kosten zu lassen. Die europäischen Eroberer der Banda Inseln im 16. Jahrhundert waren bestrebt, die Naturschätze für sich zu nutzen und leiteten den Export der Muskatnüsse ausschließlich über Portugal. Um jede Konkurrenz auszuschließen, ließen die Portugiesen dann die Muskatbäume auf anderen Inseln vernichten. Die Holländer, die ihnen die Insel später abnahmen, verboten ebenfalls die Anpflanzung in benachbarten Gebieten. Um ganz sicher zu gehen, wurden alle Muskatnüsse in Kalkmilch getaucht und auf diese Weise keimunfähig gemacht. Der weiße Überzug wurde so sehr zum Merkmal einer echten, guten Muskatnuss, dass man sie auch heute noch kalkt. Der ursprüngliche Grund dafür ist freilich längst entfallen: Seit etwa um 1800 wird der Muskatbaum weltweit angebaut.
Reiche Ernten haben die Muskatnuss schon im vergangenen Jahrhundert zu einem relativ billigen und auch volkstümlichen Gewürz gemacht. Die "Prise Muskatnuss" findet sich in so vielen alten Kochbüchern, dass man sich wundert, wie selten sie in den modernen Rezepten auftaucht. Zur Zeit gibt es jedoch eine Renaissance der Muskatwürze. Es spricht sich herum, dass Cremespinat und Hühnerkroketten, Apfelkompott und Fischsaucen, Reispudding und Milchdrinks nach Muskat verlangen. Doch Vorsicht: Muskat wirkt, im Überfluss genossen, giftig und gilt als Narkotikum. Schon zwei oder drei ganze Nüsse können zu Vergiftungserscheinungen führen. Gemahlen kommt außerdem die Muskatblüte
(Macis) in den Handel, die ähnlich, aber wesentlich milder schmeckt und würzt als die Nuss selbst. Auch Macis soll sehr behutsam verwendet werden.
Die guten Muskatsorten (die besten kommen immer noch von den Banda Inseln, die heute zu Indonesien gehören) haben fast kugelrunde Früchte. Andere Sorten, z.B. aus Indien, Guayana, Java, Westindien und Brasilien, sind eher länglich oder eiförmig geformt. Das Fruchtfleisch der Muskatnüsse wird ebenfalls verwendet. Es schmeckt deutlich nach Muskat und findet sich in manchen Mixed Pickles Mischungen oder in indonesischen Süßigkeiten.
Die Liste der Gerichte, die durch Muskatwürze gewinnen, ist lang und gibt der Phantasie viel Freiheit. Muskat sollte man u.a.... zur Hand haben, wenn man kleine Klößchen für die Suppe, Karotten als Gemüse oder Brei, einen Muschelsuppe oder ein Reisgericht (Risotto, Paella) zubereitet. Aber auch, wenn man einen Hefeteig, einen Gewürzkuchen oder Weihnachtsgebäck herstellt und Kompott aus Äpfeln, Pflaumen oder Kürbis kocht. Sogar Fleischgerichte, besonders vom Kalb und Lamm, lassen sich mit einer Prise Muskat verfeinern, ebenso Pfannkuchenteig, Hühnergerichte und Bratfische. Süße Quarkspeisen gewinnen sehr, wenn man etwas Macis zusetzt, und eine Spur davon würzt auch den Tomatensaft einmal anders. Er gibt sogar dem Mokka eine interessante Nuance.