Es gibt viele Minzearten, die wild oder im Garten wachsen. Dazu kommt eine verwirrende Anzahl von Hybridformen. Manche Merkmale sind jedoch bei allen gleich. Sie sind ausdauernd, haben grundsätzlich vierkantige Stängel und paarweise angeordnete Blätter. Die kleinen, in dicht stehenden, zu langen Scheinähren vereinigten Blüten entwickeln sich im Hochsommer in Wirbeln. Ihre Farbe reicht von weiß bis purpurn. Sie alle enthalten ein starkes, duftendes Öl. Sie vermehren sich durch Samen und durch unterirdische Kriechwurzeln.
Herkunft:
Wächst überall in Europa.
Verwendung:
Für Lamm, Hammel, Pasteten, Kräuterbutter, Geflügel, Süßspeisen, Fruchtsalate, Aufgussgetränk (Tee), aber auch bei der Herstellung von Likören, Mundwassern und Zahnpasta.
Gesundheit:
Es fördert die Gallentätigkeit und die Verdauung. Das in den Blättern enthaltene Menthol wirkt Bakterientötend.
Krause Minze schmeckt süßlich und frisch.
Pfefferminze schmeckt scharf und Pfeffrig.
Geschichte:
Der internationalen Kochkunst haben die Engländer selten Impulse gegeben. Mit einer Ausnahme: Sie entdeckten die Pfefferminze als Küchenkraut. Als Gewürz spielt die Minze in der Briten Küche seit Jahrhunderten eine wesentliche Rolle; daher wird sie auf dem Festland auch Englische Minze genannt. Erst in den letzten Jahrzehnten nahmen die kontinentalen Köche das Kraut wieder zum Würzen und verwenden es längst nicht mehr nur als Dekoration für fruchtig - kalte Desserts. Bis dato hatte man hierzulande lediglich den Pfefferminztee zur Hand, eher für den verstimmten als für den kulinarisch erwartungsfrohen Magen.
Es gibt Fakten, die vermuten lassen, dass England tatsächlich die Heimat der Pfefferminze ist. Es ist nämlich möglich, die präzise Jahreszahl anzugeben, seit wann es "die" Pfefferminze gibt. Sie entstand 1696 in Hertfordshire, und damit begann ein wahrer Siegeszug dieses Krautes, das um 1770 auch in Holland und Deutschland kultiviert wurde. Seit 1816 wird es in den USA angepflanzt - nicht zuletzt, um Kaugummi den typischen Geschmack zu geben. Trotzdem hat es vor 1696 und außerhalb Englands Minze gegeben. Dioskorides, Hippokrates und Plinius schätzten und empfahlen sie als heilkräftig. Die chinesische Medizin bediente sich der Minze, und in altägyptischen Gräbern hat man sie gefunden.
Auch nördlich der Alpen weckte dieses unscheinbare Kraut früh die Aufmerksamkeit von Heilkundigen und Gelehrten. Im 12. Jahrhundert beschrieb die Heilige Hildegard von Bingen nicht weniger als zehn verschiedene Minzesorten und ihre heilkräftige Wirkung. Was 1696 in England entstand, war nur eine neue Kreuzung aus anderen, längst bekannten Minzearten. Was sie auszeichnet, ist ihr überaus intensiver Duft und Geschmack. Der beruht auf dem hohen Anteil von Menthol im ätherischen Öl der Blätter. Es wirkt ganz intensiv auf die kälteempfindlichen Nerven. Es verursacht das charakteristische Kältegefühl im Mund, Rachen und Magen, das von einer vorübergehenden Empfindungslosigkeit begleitet wird und so schmerzlindernd wirkt.
Was so intensiv duftet und schmeckt, besitzt auch eine hohe Würzkraft. Die Minze muss aber behutsam und sehr gezielt eingesetzt werden, um den Eigengeschmack der Speisen nicht zu stören oder gar zu verdecken. Bevorzugtes Anwendungsgebiet: alle Erfrischungen. Das gilt für den in arabischen Ländern so geschätzten Tee aus Minze, aber auch für die im Fernen Osten bevorzugten Salate mit Minzeblättern und die verschiedenen Saucen der Engländer, etwa die Mintsauce zu Lammkoteletts.
Hat man frische Minze zur Verfügung, nimmt man am besten die Zweig spitzen mit den ganz jungen Blättchen. Der Gehalt an ätherischen Ölen und damit an Menthol ist unmittelbar vor der Blüte am größten. Wenn man im Frühsommer kurz vor dem Blühen erntet und alle Triebe abschneidet, kann man mit einer zweiten Ernte im Spätsommer oder Frühherbst rechnen.
Nicht nur Lamm- oder Hammelbraten lassen nach Minze als Gewürzkraut greifen. Eine ganze Reihe von Gemüsesorten gewinnen durch einige Blättchen frischer und erst ganz zuletzt beigegebener Pfefferminze an Geschmack und Raffinesse. Zucchini verlange geradezu nach Minzwürze. Auch junge Karotten und Erbsen tut sie gut. Quark lässt sich damit ganz besonders gut verfeinern. Das gleiche gilt für Frischkäse, mit etwas Zitronensaft und frischer, feingehackter Minze eine erfrischende Köstlichkeit. Auch Kartoffeln schmecken, wenn sie mit Pfefferminzwürze etwa als Beilage zu Lamm- oder Kalbsbraten gereicht werden. Dazu wälzt man sie, wie sonst in Petersilie, einfach in feingehackten, frischen Minzblättern.