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Majoran



Majoran ist eine 30 bis 50 cm hohe Staude aus der Familie der Lippenblütler. Die elliptischen, graufilzigen Blättchen sind mit zahlreichen Drüsen besetzt, die büschelartig angeordneten rosa-weißen Blüten sitzen an den Stengelspitzen und sind eine beliebte Bienenweide.

Herkunft:

Wird in ganz Europa gezüchtet, wird aber hauptsächlich aus Frankreich oder Chile importiert.

Verwendung:

Wird hauptsächlich bei der Wurstherstellung verwendet, aber auch für Gänse, Enten, Hammel, Ragouts.

Gesundheit:

Magenlindernd, Krampflindernd.

Geschichte:

Von "Kuchlkraut", vom Küchenkraut also, ist in alten Kräuter und Rezeptbüchern die Rede. Gemeint ist der Majoran. Seine weiteren volkstümlichen Namen wie "Bratenkräutel" und "Wurstkraut" zeigen die Beliebtheit dieses Gewürzes, das erst in jüngster Zeit ein wenig in Vergessenheit geraten ist, seit es von "modernen", exotischen Kräutern Konkurrenz bekommen hat. Bei Wurstwaren spielt der Majoran jedoch bis heute eine wichtige Rolle. Auch die Hausmannskost, die neuerdings sogar in guten Restaurants wieder zu Ehren kommt, kann nicht auf ihn verzichten. So ist er überall zu haben: getrocknet und gebündelt, gerebelt und gemahlen. Sein widerstandsfähiges Aroma lässt ihn das Trocknen ohne großen Qualitätsverlust überstehen.

Bewährt hat sich dieses Kraut zunächst als Heilpflanze. In alten Kräuterbüchern findet man häufig die Bezeichnung "Wohlgemut". Majoranwasser- und Wein wurden gegen eine Vielzahl von Beschwerden verordnet. Majorantee tut dem Hals gut und wird noch heute von vielen Schauspielern und Sängern vor einem Auftritt getrunken. Schon im Altertum verwendete man das Majorankraut, allerdings nicht als Gewürz, sondern für Liebestränke, Bäder und für Salben zum Einreiben. Majoranöl, in dem die Wirkstoffe konzentriert sind, wird noch heute für Kräuterschnäpse und von der Pharmazie verwendet. Bei Schnupfen und Gliederschmerzen verschreibt mancher naturkundige Arzt seinem Patienten lieber Majoransalbe als moderne Chemikalien.

Gerb- und Bitterstoffe sind neben den ätherischen Ölen die wichtigsten Inhaltsstoffe; auf ihnen beruht auch die heilsame Wirkung bei Magen- und Darmstörungen, Blähungen und Krämpfen. Über die ursprüngliche Heimat der Majorana hortensis herrscht Unklarheit: Vorderasien, Nordafrika, die Küsten des Mittelmeeres kommen in Frage. Nördlich der Alpen ist der Majoran wegen seiner Kälteempfindlichkeit nie wildwachsend heimisch geworden. Der Name "Wurstkraut" und die Verwendung als Würze für Wurstbrät und ähnliche Füllungen deuten darauf hin: Die Stärke des Majorans liegt dort, wo es kräftig und deftig zugeht, wo man einen an sich schon deutlichen Eigengeschmack unterstreichen und zugleich die Verdaulichkeit der Speisen fördern möchte.

Unentbehrlich ist er beim Wiener Saftgulasch und beim Wirsingkohl nach Wiener Art. Schweinebraten bekommt durch Majoran, Knoblauch und Kümmel erst seinen charakteristischen Geschmack. Aber auch der gebratenen Gans steht das kräftige, herb duftende Kraut gut an. In der Kartoffelsuppe darf es nicht fehlen, ebenso wenig im herzhaften Gemüseeintopf. Kräutersaucen vertragen eine kräftige Prise Majoran, und bei den traditionellen Farcen für Geflügel ist er unentbehrlich. Majoran braucht man für einen "ordentlichen" Kartoffelsalat. Schlichtes Rührei gewinnt durch eine Majorangabe, besonders von jungen frisch gezupften Blättchen. Geheimtipp: Würzen sie einmal Griebenschmalz mit Majoran!

Majoran ist also ein fast universelles Kraut: deutlich, ehrlich und gesund obendrein. Es erträgt sich gut mit Kümmel, Rosmarin, Anis, Fenchel, Knoblauch und Zwiebel. Nur seine engere Verwandtschaft, Thymian und Oregano, sollte man aus dem Spiel lassen. Weil er kräftig würzt, muss man behutsam mit ihm umgehen, er darf dafür richtig mitgekocht und mitgebraten werden und kann dabei geschmacklich das Salz ganz oder teilweise ersetzen.

Majoran ist eine schlichte Pflanze. Er wächst willig und reichlich, sofern nur die Sonne richtig scheint. Wenn die sehr kleinen und zarten, rosafarbenen Blüten der Pflanze zu knospen beginnen, ist die erste Ernte fällig. Schneidet man dabei nicht zu kurz, bringt der Sommer noch eine zweite. Die lässt sich dann gut für den Winter trocknen.




Thema: Heilkräuter

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