Für Sauerkraut, Kohlrouladen, Krustentiere, Gulasch, Alkoholische Getränke (Aquavite), Brote, sowie Fleisch und Fischwaren.
Gesundheit:
Er ist Magenfreundlich und Verdauungsfördernd.
Geschichte:
Funde beweisen, dass schon die Steinzeitmenschen seine Qualitäten kannten und nutzten. Im Alten Testament wird er zusammen mit Gerste und Weizen genannt, und aus dem
Hebräischen "kammon" ("würzen") dürfte das mittelhochdeutsche Wort "kümin" entstanden sein, das schlicht und einfach "Gewürz" bedeutet. Kümmel war über viele Jahrhunderte hinweg das einzige Gewürz, das in der Küche Europas eine Rolle spielte. Man muss ihn also weder vorstellen, noch auf seine Eigenart hinweisen - er ist hinreichend bekannt. Man kennt ihn und kennt die Kümmelsuppe, den Kümmelbraten, den Kümmelkäse und, vor allem im Norden, den "Köhm" - den Kümmelschnaps. Das sind alles keine höheren Genüsse, aber sie schmecken ganz einfach gut, wenn Ort, Zeitpunkt und Stimmung richtig gewählt sind.
Als sehr gesund galt Kümmel wohl schon immer. Bereits in den Kräuterbüchern des Mittelalters werden seine heilsamen Eigenschaften gerühmt, und es wird betont, dass er "dem Magen nützlich", der Verdauung förderlich und dem Appetit zuträglich sei. Daher stammt wohl auch der frühe Rat, ihn zum Brotbacken zu verwenden.
Mag sein, dass die Kümmelkörnchen vielen Kindern das Schwarzbrot-Essen verleidet haben. Da kann er noch so gesund sein. Auch bei Bauchweh hilft, das ja gerade die Kleinen so oft plagt, ändert nichts daran: Kinder und Kümmel vertragen sich schlecht. Die kleinen, schwarzen Körnchen vermiesen ihnen auch so manches andere Gericht, das sonst vielleicht willkommen wäre. Wahrscheinlich liegt es an der Konsistenz dieses Gewürzes, der Härte und Rauheit der sichelförmigen Samen, die sich so leicht in den Zähnen verfangen, dass Kümmel den Kindern unsympathisch ist.
Aber vermutlich sagt auch sein Geschmack den jungen noch nicht abgehärteten Gaumen nicht zu.
Das mag am Carvon liegen, einer dem Anethol ähnlichen Substanz, die im Anis und Fenchel vorkommt. Es ist diese ätherische Öl das den Geruch und den ebenso deutlichen wie charakteristischen Geschmack des Kümmels bestimmt. Dieses Kümmelöl dient zur Schnaps- und Likörerzeugung, sowohl im Aquavit als auch im süßen "Allasch" findet man es wieder.
Als besonders fein gilt er nicht der Kümmel. Doch er ist einfach unentbehrlich. Er gibt vielen Wurstsorten erst das richtige Aroma, es gibt kein "ordentliches" Gulasch ohne ihn, keinen Hammeleintopf, keinen Krautsalat und keinen Kohl (den er gleichzeitig würzt und besser verdaulich macht). Natürlich auch keinen mit Kümmel glacierten Schweinebraten und keine köstlichen Kümmelkartoffeln die man, roh und gewürfelt, in starker Fleischbrühe mit gehacktem Kümmel kocht. Schweinebraten, Kartoffeln, Quark, Käse und Kohl sind übrigens nicht die einzigen Gerichte, die Kümmel benötigen oder vertragen. Auch Sauerkraut, Karotten, Marinaden und verschiedene Dressings gewinnen ganz deutlich durch ihn.
Kümmel sollte vor der Verwendung stets gehackt oder in der Hand zerrieben werden, es sei denn, er wird lange mitgekocht. Denn erst, wenn die hartschaligen, feingerippten Samenkörnchen durch Hacken oder Reiben aufgebrochen sind, werden die Geschmacks- und Duftstoffe sowie vor allem das Kümmelöl frei.
Kümmel ist eines der wenigen Gewürzkräuter, die bei uns seit eh und je heimisch waren und zur natürlichen Wiesenflora gehören. Wo es diese heute noch gibt, kann man den der wilden Möhre sehr ähnlichen, weiß blühenden Wiesenkümmel finden. Eine Kultur im Kräuterbeet oder auf dem Fensterbrett lohnt sich freilich nicht; denn Kümmel, der in vielen Ost- und mitteleuropäischen Ländern angebaut wird zählt zu den billigen Gewürzen.